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30.04.2018

„Auch in der Großküche kann man ordentlich kochen“

Oskar Meyer, Küchenchef des Hermann-Bezzel-Hauses, verabschiedet sich in den Ruhestand.

„Als das erste Mal die Kinder ins Hermann-Bezzel-Haus zum Mittagessen kamen, wussten nicht mal alle, wie man mit Messer und Gabel umgeht“, erinnert sich Oskar Meyer, Küchenchef und hauswirtschaftliche Leitung im Hermann-Bezzel-Haus. Der 63-Jährige hat insgesamt 18 Jahre in der Senioreneinrichtung in der Nürnberger Südstadt gearbeitet.

Meyer startet im Mai in den Ruhestand. Sein Team wird er vermissen – und das Team ihn auch. „Aber er hat ja schließlich kein Hausverbot, er darf ja jederzeit zu Besuch kommen“, betont Diakon Hans Müller, Verbundleiter im Altenhilfeverbund Nürnberg, bei der Verabschiedung. Alle Kolleginnen und Kollegen, Bewohnerinnen und Bewohner, nicken dazu begeistert – der Küchenchef wird ihnen sichtbar fehlen.

Schon als Kind habe er gerne gekocht, mit Suppen angefangen, sich dann selber alles Nötige beigebracht. Nach seiner Ausbildung im Hotel war Meyer vier Jahre lang als Koch bei der Bundeswehr beschäftigt. „Diese Zeit hat mich gelehrt: Man kann auch in einer Großküche ordentlich kochen.“ Seine Aufgaben im Hermann-Bezzel-Haus gingen über das Kochen weit hinaus. Als hauswirtschaftliche Leitung musste er sich mit Hygienevorschriften befassen, Speisepläne schreiben, sich für sein Team einsetzen. „Und Sie waren sich auch nie zu schade, eine lose Schraube festzudrehen, wenn es nötig war“, erinnert sich Müller.

Seit zehn Jahren kamen zusätzlich jeden Tag die rund 100 Kinder des „Kinderkram“, der Mittagsbetreuung der Sperberschule, zum Mittagessen ins Hermann-Bezzel-Haus – ein Projekt der Aktion Schutzbengel, bei dem Kinder eine warme Mahlzeit am Tag erhalten. Die Speisepläne des Hermann-Bezzel-Hauses und des Projekts S-Löffel passte Meyer so gut es geht aneinander an. „Aber manches geht einfach nicht. Die Senioren lieben alle Gerichte mit Kohl, die Kinder finden das eklig. Dafür stehen die Kinder auf Pizza, das ist dann wieder nichts für die Senioren“, lacht der Koch.

Meyer ist davon überzeugt, dass die Spenden, die über die Aktion Schutzbengel für das Projekt S-Löffel generiert werden, gut eingesetzt werden. „Die Kinder kriegen bei uns nicht nur ein warmes Mittagessen“, erklärt Meyer. „Sie lernen auch Tischkultur und Gemeinschaft kennen.“

Ob ihm eine Situation der letzten 18 Jahre Arbeit besonders im Kopf geblieben ist? Oskar Meyer lacht. „Eigentlich sagt Frau Schwachhofer, die Leiterin der Mittagsbetreuung, dass die Kinder alles wenigstens probieren sollen. Einmal wollte ich ein bisschen Farbe reinbringen und habe grüne Cannelloni gekocht – und da wollte wirklich kein einziges Kind auch nur probieren.“

Was die Zukunft ihm bringen wird, weiß Oskar Meyer noch nicht. Er weiß, dass ihn seine Leidenschaft, das Kochen, auch im Ruhestand nicht loslassen wird. Und für seine anderen Hobbys, Tauchen und Karneval, wird sicherlich auch ausreichend Zeit sein.


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